Europa

25 Fontes Wanderung – Madeiras Klassiker

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Hallo Zusammen,

dass Madeira unsere Lieblingsinsel ist, habt Ihr ja schon das ein oder andere Mal gesehen, gelesen oder gemerkt. Dabei erkunden wir diese wundervolle Insel und ihre Natur nicht nur gerne mit dem Auto, sondern auch zufuß bei Wanderungen. Madeira lohnt sich in jedem Fall für wanderbegeisterte Urlauber. Ich glaube, viele fahren gerade deswegen auf diese wundervolle Insel. Touren wir der Schmale Grat, die Wanderung auf der Fischerbrücke oder aber eine der vielen möglichen Levadawanderungen haben euch ja bereits gezeigt, wie abwechslungsreich die Insel für Wanderer und Entdecker sein kann. Diesmal haben wir uns einen Klassiker auf Madeira vorgenommen: Die 25 Fontes Wanderung.

Der Massenwanderung auf Madeira aus dem Weg gehen

Eigentlich sind wir keine Fans von Mainstream-Touren. Bereits bei der Wanderung auf dem Schmalen Grat waren wir auf dem Rückweg reichlich bedient, als uns Massen an Wanderern (wenn man sie denn so bezeichnen möchte) entgegen kamen. Hier hatten wir zum Glück auf die Hinweise bei komoot geachtet, dass man vor 10 Uhr früh aufbrechen sollte, damit man nicht in die Massen gerät. Das hätten wir vermutlich bei dem Klassiker von Madeira, der 25 Fontes Wanderung, auch machen sollen. Aber nun ja, aus Fehlern wird man bekanntlich klug. Womit wir in jedem Fall gut gelegen haben (und das nur Dank Marcel, der sich informiert), war einen alternativen Startpunkt der Wanderung zu ermitteln. So starteten wir also nicht auf dem gut ausgebauten Parkplatz ganz oben auf der Anhöhe, sondern etwas versteckt weiter unten, um so schonmal dem Großteil an Wanderern aus dem Weg zu gehen. Gestartet sind wir relativ spät (also für Wanderverhältnisse und Empfehlungen für Madeira) nach 10 Uhr.

Bergauf und bergab zu den 25 Fontes

Von unserem Parkplatz ging es also auf Richtung 25 Fontes. Erster Eyecatcher auf unserem Weg war die ziemlich nah gelegene Hütte, die idyllisch gelegen war. Ich sackte hier kurz einen Geocache ein, während Marcel die süße Hütte fotografisch festhielt. Dann ging es weiter durch einen Levadatunnel, in dem es ziemlich dunkel war. Aber ich liebe solche Abwechslungen auf Wanderungen ja, wie Marcel ziemlich genau weiß und oft genau sowas im Petto hat. 🙂 Nach ein paar Wegfindungsschwierigkeiten ging es dann sehr, sehr, sehr (!!!) lange und steil berghoch. Leute, ich hab gemeckert. o:) Da es aber noch der Anfang der Tour war, ging es vermutlich noch einigermaßen. Wir stiegen den Berg entlang einer Levada hinauf. Die 25 Fontes liegen in einer Schlucht ziemlich zentral auf Madeira, sodass hier reichlich Wasser vorhanden war, was mir eine Beschäftigung während des Aufstiegs gab. Das Wasser konnte man als Ablenkung wirklich lange beobachten. Oben angekommen trafen wir auf die ersten Wanderer, die die andere Strecke genommen hatten. Daher wussten wir dann auch, dass wir uns ab nun auf der „offiziellen“ Wanderstrecke befanden. Mich beschlich das ungute Gefühl, dass wir vermutlich noch so ein paar von den anderen Wanderern sehen würden. Und ich hatte (leider) Recht und war mir der Massen tatsächlich nicht im Klaren, die wir bald sehen würden.

Mit vielen Begleitern zu den 25 Fontes

Da wir schon so viel hochgelaufen waren, hatten wir keine Lust mehr, die Treppenstrecke zu nehmen, daher bogen wir nach links ab und fanden uns an einer zauberhaften und verträumten Levadastrecke wieder, die mit einem Baumdach zu einem wundervoll stillen Ort wurde. Die Strecke war nicht ganz so einfach begehbar und teilweise musste man entgegenkommenden Wanderern durch Kletterpartien Platz machen, aber es machte wirklich Spaß hier entlang zu wandern. Schon bald trafen wir dann wieder auf den offiziellen Weg und das erste Mal merkten wir, dass hier eine Vielzahl an geführten Wandertouren unterwegs waren. Da es fast um die Mittagszeit war, waren alle bemüht in Richtung 25 Fontes zu kommen, um dort eine Pause einzulegen, wie wir erfuhren. Ab hier wurde unser Tempo also durch die Massen heruntergedrosselt. An Treppen- oder generellen Aufstiegen mussten wir teilweise anstehen, sehr zu Marcels ausdrücklichem Unmut. Ich war auch nicht begeistert, wollte aber Marcels Laune nicht noch mehr herunterziehen. Das war vergebene Liebesmühe, als wir zu den 25 Fontes kamen. Diese konnten wir kaum sehen, da ungefähr 100 Wanderer (oder mehr?) hier Mittagspause machten. Marcel kommentierte den Klassiker von Madeira mit dem Satz, der auch mir im Kopf herumschwirrte: „Es ist scheiße hier!“. Ich musste wirklich lachen, weil die Situation einfach nicht anders zu ertragen war. Aber hey, was solls, wir haben es gesehen. Und sind auch ziemlich schnell wieder abgezogen, bevor die ganzen Wandergruppen noch auf die Idee kamen wieder aufzubrechen und wir uns wieder an deren Tempo anpassen mussten.

Der Risco Wasserfall, unser Natur-Highlight

Wir wussten allerdings, dass es in der Nähe noch eine Sehenswürdigkeit zu besuchen gab: Der Risco Wasserfall. Da wir relativ enttäuscht und Marcel schwer meckernd weiterzogen, wollten wir wenigstens, wenn wir schon einmal hier waren, den Wasserfall noch sehen. Ich bezweifelte zu dem Zeitpunkt sehr, dass wir nochmal in die Nähe hier kommen würden. 😉 Also ging es wieder berghoch. Diesmal hätte ich zu gerne ausgiebig gemeckert, aber ich verkniff es mir, da Marcel immer noch nicht gnädig gestimmt war. Aber als wir merkten, dass kaum Wanderer den weiteren Aufstieg wagten, besserte sich unsere Laune (trotz Aufstieg) und wir kamen zum Risco Wasserfall. Dieser war wirklich sehenswert und ein tolles Highlight auf unserer Tour. Zum Glück. Hier machten wir etwas Pause, aßen etwas und bestaunten die Wassermassen, die berständig in die Tiefe stürzten. Zufrieden machten wir uns dann wieder auf den Rückweg.

Das Cafe von Rabajal – Unser Cafetipp

Auf der Strecke entdeckten wir noch ein Wanderpärchen, dass wir bereits bei der Wanderung rund um die Forellenzucht begegnet waren. Sie waren noch auf den Weg zu den 25 Fontes und wir gaben ihnen kurz den Hinweis, dass ihnen sicherlich so einige Wandergruppen entgegenkommen würden. Danach machten wir uns weiter daran den Abstand zwischen diesen Gruppen und uns so groß wie möglich zu werden zu lassen. Auf der Suche nach einer Toilette fanden wir dann das Cafe von Rabajal mitten im Urwald von Madeira. Ein absoluter Glückstreffer, der uns hellauf begeisterte, was wir auch bereits bei unseren 10 magischsten Orten auf Madeira erwähnt hatten. Dort konnten erschöpfte Wanderer einkehren und man hatte eine tolle Aussicht mitten in den Bäumen. Ich war schon aufgrund der Aussicht schwer begeistert. Danach bestellten wir uns wagemutig einen Cappuccino (Madeira überzeugt leider nicht mit seinen Kaffeespezialitäten). Und wir erhielten einen köstlichen, mit Milch aufgeschäumten Cappuccino und waren im siebten Himmel. 🙂 Da der Kaffe so gut war, die Gastgeber herzlich und extrem nett, bestellten wir uns auch noch etwas zu Essen und genossen die Zeit. Kurze Zeit später trudelten unser bekanntes Wanderpärchen ein. Wir versackten bei einem weiteren Kaffee und verquatschten uns ordentlich. Da es spät wurde und die Beiden ganz oben geparkt hatten, beschlossen wir, sie mit den Auto hochzufahren. Dafür nahmen wir sie die letzte Strecke durch den Tunnel, vorbei an der Hütte zum Auto mit. Dort beendeten wir unsere Tour und fuhren die Beiden noch zu ihrem Leihwagen.

Der Klassiker mit überraschenden Ende

Ehrlich gesagt würde ich die Tour durchaus nochmal wandern. Dann würde ich aber kurz nach Sonnenaufgang starten, um den Menschenmassen aus dem Weg zu gehen. Begeistert hat uns der Risco Wasserfall, der durchaus sehenswert ist. Wenn Ihr also dort seid, dann macht den unbedingt noch mit. Es lohnt sich. Und unsere absolute Empfehlung geht an das Cafe von Rabajal. In dem Cafe könnt Ihr Euch wirklich alles gönnen, allen voran den Kaffee [Unbezahlte Werbung, da wir vollkommen begeistert sind]! Wir sind sogar nochmal dorthin gefahren, um den leckeren Kaffee zu trinken. Da dort ein Shuttelservice hinfährt und gegen einen kleinen Obolus auch die erschöpften Wanderer wieder die anstrengende Strecke nach oben mitnimmt. Wir waren von dem schönen und überraschenden Ende der Tour sehr begeistert.

Wer unsere Tour einmal nachlaufen möchte, der kann sie sich hier bei komoot ansehen. Bitte denkt dran, dass wir nach dem Tunnel am Anfang ein paar Wegfindungsprobleme hatten. Daher bitte nicht nach dem Tunnel nach links!

Habt Ihr schonmal die 25 Fontes Wanderung gemacht? Oder seid Ihr zum Risco Wasserfall gewandert? Kennt Ihr noch schöne Touren, oder Tipps, wann man am besten die Wanderung antritt? Wir sind auf Euer Feedback gespannt!

Die zwei Reisenden,

Stefanie und Marcel

Stefanie

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